fbpx

Pseudokrupp

Der Schrecken in der Nacht

Der Pseudokrupp hat auch Euch erwischt? Wenn Du diesen Beitrag hier liest, dann durchsuchst Du bestimmt gerade besorgt das Internet nach Informationen und Erfahrungsberichten zum Thema, da ihr betroffen seid. Vielleicht hatte dein Kind gerade den ersten Anfall oder ihr seid schon länger geplagt?

Hier möchte ich euch zusammenfassen, was Pseudokrupp eigentlich ist und wie man bei einem Anfall reagiert.

Pseudokrupp – Wenn die Kleinsten krank sind muss noch mehr als sonst gekuschelt werden!

Hörst Du ganz plötzlich in der Nacht aus dem Bett Deines Kindes schreckliche Geräusche – ein Husten, aber trockener, kehliger, lauter und tiefer – dann ist es bestimmt Pseudokrupp. Es hört sich ein wenig an, als hätte man einen kranken Seehund im Zimmer oder als würde man laut, scheppernd in einen Blecheimer husten!

Hörbeispiel

Hier findest Du eine Audio-Datei von einem leichten Pseudokrupp-Anfall bei unserer damals 2 jährigen Tochter – und keine Sorge, natürlich haben wir uns in aller erster Linie um die Kleine gekümmert, die Aufnahme lief damals für unseren Kinderarzt mit, da einige schwerere Anfälle vorausgegangen waren.

 

Herbstzeit ist Pseudokrupp-Zeit

Kaum kommt der Herbst, mit kühleren Temperaturen und nass-kalter Luft, schon verteilen sich die Viren. Schnupfen und Husten sind in vielen Familien, gerade mit mehr als einem kleinen Kind und besonders wenn Kinder in Kitas oder Grundschulen sind, unliebsame Dauergäste. Hat das Kind bereits einen leichten Infekt, so ist das die perfekte Ausgangslage für einen Pseudokrupp-Anfall. Daher kommen Anfälle auch meist im Herbst-Winter vor.

Bei einem Anfall leidet Dein Kind unter Atemnot, das Husten schmerzt, es hat Panik, weint.

Das aller Wichtigste ist nun selbst Ruhe zu bewahren und Dein Kind zu beruhigen (und das geht eben nur, wenn man selbst nicht in Panik verfällt). Rede ihm sanft Mut zu, lenke es ab – durch die Beruhigung fällt das Atmen wieder etwas leichter. Schreit Dein Kind laut, erhöht sich der Atemwiderstand und auch die Angst zu Ersticken wird bei deinem Kind größer. Wenn es spürt du hast alles unter Kontrolle, wird auch Dein Kind ruhiger. Oft hilft dies schon am aller meisten, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen und den Anfall vorbeiziehen zu lassen.

Die zweite Maßnahme danach ist für kalte und frische Luftzufuhr zu sorgen! Wickle Dein Kind in eine warme Decke/Jacke und gehe mit ihm nach Draußen, auf den Balkon oder ans weit geöffnete Fenster. Atmet Dein Kind die kühle Luft ein, so wirkt diese abschwellend. Oft hilft das schon, um einen Anfall zu beenden. Es sollte aber spätestens nach 30 Minuten eine Verbesserung festzustellen sein.

 

Doch was ist Pseudokrupp eigentlich?

Hier ein paar Fakten:

Der Pseudokrupp, der auch Krupp oder Infektkrupp genannt wird, ist eine Erkrankung der Atemwege. Wir sprechen von Pseudokrupp, da der “echte Krupp” mit einer Diphterie-Erkrankung zu tun hat, diese kommt in Westeuropa aber nahezu nicht mehr vor.  Besonders anfällig sind in der Regel kleine Kinder im Alter von etwa 1 bis 5 Jahren. Grund dafür ist die noch sehr enge Luftröhre der Kinder. In diesem Alter liegt der Durchmesser der Atemwege bei etwa 8 Millimetern. Die Luftröhre eines Erwachsenen hat einen Durchmesser von etwa 18 Millimetern. Hat nun das Kind bereits einen leichten Infekt, kommt es bei einem Pseudokrupp-Anfall zu einer Schwellung der Schleimhäute um die Region des Kehlkopfs. Dadurch verändert sich die Luftströmung in den Atemwegen und die feinen Härchen der Luftröhre werden gereizt. Dies löst den typischen Husten aus. Etwa 15 Prozent der Kinder zwischen neun Monaten und viereinhalb Jahren erkranken zumindest einmal an Pseudokrupp. Fast immer bleiben hiervon aber keine weiteren Schäden zurück. Jungen sind statistisch häufiger betroffen als Mädchen. Der Anfall an sich ist also nicht ansteckend – doch die vorausgegangene Virusinfektion, die ihn auslöst, natürlich schon.

Warum nachts?

Dass ein Pseudokrupp-Anfall nur nachts vorkommt und Kind und Eltern meist um die Geisterstunde erwischt, hat seinen Grund. Er hängt mit der Kortison-Produktion des Körpers zusammen. Kortison nämlich ist ein körpereigener Stoff, der entzündungshemmend und abschwellend wirkt. Kortison wird vom Körper in der Nebennierenrinde gebildet. Die Produktion schwankt allerdings im Laufe des Tages. Morgens wird das meiste und gegen Mitternacht das wenigste Kortison zur Verfügung gestellt. Darum kommt es also meist mitten in der Nacht auch zu einem Anfall.

 

Das Notfall-Kortison

Ein Kortisonzäpfchen oder Kortisonsaft während dem Anfall zu geben ist sinnvoll, wenn es bereits von einem Arzt verschrieben wurde und sich durch die ersten Maßnahmen keine schnelle Verbesserung feststellen lässt. Die Kortisonwirkung setzt allerdings erst nach ungefähr 10 bis 30 Minuten ein. Es lohnt also zeitgleich auf jeden Fall schon einmal mit den bewährten Hausmitteln, dem Gang an die frische Luft und beruhigenden Worten, anzufangen. Nach dem ersten Anfall mit anschließendem Besuch beim Arzt oder der Kinderklinik, wird meist schon ein entsprechendes Notfall-Medikament mit passender Dosierung mitgegeben.

Wie genau ein Pseudokrupp-Anfall abläuft und dementsprechend auch behandelt werden muss, hängt aber von Kind zu Kind und vom jeweiligen Schweregrad des Anfalls ab.

Wir wünschen euch alles erdenklich Gute und dass ihr die Pseudokrupp-Zeit gut übersteht!

Alles Liebe,
Eure Anna